Die Synthese in der Dialektik der Welt

September 25, 2014|Posted in: Gedichte|By

Mit dem Kopf in den Wolken sehe ich die Welt so anders als Du.
Ich sehe watteweiße Felder, genährt aus Wünschen und Träumen,
aber ich sehe die braune Erde, den roten Schlamm der brennenden Wüste nicht.

Mit den Füßen auf dem Boden fühle ich den Staub und die Spuren im Sand.
Ich sehe Weglaufen und Ankommen im lebendigen Hier und Jetzt,
aber ich sehe den blauen Himmel hinter den Wolken aus Watte nicht.

Gib mir Deine Hand und zeig mir Deine Welt.
Sei mein Auge nach oben und mein Anker nach unten.
Rette mich, wenn ich wegzufliegen drohe und zieh mich hinauf, wenn ich versinken will.
Lass mich gehen – aber nimm mich mit,
gib mich frei – aber halt mich fest.
Versteh mich – aber bleib mir ein Rätsel.
Sei meine Synthese in der Dialektik der Welt.

Mit den Zweifeln in mir sehe ich Schatten an grauen Wänden tanzen.
Ich sehe Grimassen verzerrt durch die wütende Spiegel der Welt,
aber ich sehe Orte an denen vor mir keiner war, noch jemals einer sein wird.

Mit der Härte in mir habe ich Türen verschlossen durch die früher die Sonne drang.
Ich stehe im Dunklen und erstreite mein gleißendes Licht,
aber ich stehe so fest, das der Sturm mich nicht biegt.

Gib mir Deine Hand und zeig mir Deine Welt.
Sei mein Auge nach oben und mein Anker nach unten.
Rette mich, wenn ich wegzufliegen drohe und zieh mich hinauf, wenn ich versinken will.
Lass mich gehen – aber nimm mich mit,
gib mich frei – aber halt mich fest.
Versteh mich – aber bleib mir ein Rätsel.
Sei meine Synthese in der Dialektik der Welt.

Mit Dir kann ich im Schatten und im Licht stehen und den Himmel und die Erde sehen.
Mit Dir kann ich kämpfen, mich messen, mich zur Ruhe betten und den Schrei in mir dämpfen.
Ich kann kommen und gehen, gewinnen, verlieren – ich kann sein was ich bin.

Ein tieferer Sinn!

Susanne Henkel

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