Was will ich werden oder wer will ich sein?

Januar 6, 2015|Posted in: Artikel|By

Was willst Du werden, wenn Du mal groß bist?
Selten wird die Antwort Bürokauffrau, Makler, Versicherungsvertreter, Haushaltshilfe, Aktienhändler oder Proktologe gewesen sein, sondern eher Astronaut, Feuerwehrmann oder Polizist.
Meine Antwort war lange Zeit: Tierärztin.

Irgendwann verabschieden wir uns dann im Zuge des Heranwachsens von den großen und abenteuerlichen Träumen und werden Mathematiklehrer, Friseurin, Büroangestellte, Sozialpädagoge und manche auch tatsächlich Proktologen.

Ist das schlimm? Ist es eine Geschichte des Scheiterns, wenn wir nicht, wie mit 5 Jahren vorgenommen, diejenigen sind, die eine Fahne in einen unbekannten Planeten rammen, einen wilden Bankräuber zur Strecke bringen oder alte Omas aus brennenden Häusern retten.

Ist das was wir tun das, was uns am meisten ausmachen sollte?
Ist ein Astronaut ein besserer Mensch?
Ich befürchte manche Menschen glauben das, aber ich denke, wir sollten uns und den Kindern um uns herum von Anfang an eine ganz andere Frage stellen:

Wer will ich SEIN?

Will ich ein netter und fürsorglicher Mensch, ein Einzelgänger, ein Spaßvogel, ein trauriger Clown oder ein Stehaufmännchen sein?
Will ich Freund, Partner, Mutter, Vater oder doch lieber nur die nette Tante sein?
Will ich glücklich oder unglücklich, einsam oder geborgen, zurückhaltend oder laut, nett oder gemein sein?

Wer und wie will ich sein?

Wir sollten dieser Frage viel mehr Bedeutung schenken, als der danach, was wir später mal machen wollen.
Das eine bedingt immer das andere, aber wir sollten weise entscheiden, was uns hier in welche Richtung beeinflusst und ob das tatsächlich gut und richtig für uns ist.

Fragt Euch am besten jeden Tag, wer ihr sein wollt.

Wir können nicht über Nacht durch die reine Kraft unserer Entscheidungen reich und berühmt werden, aber wir können noch während wir den Gedanken denken zu einem anderen Menschen werden.
Unsere Gedanken schaffen unsere Realität.
Wie wir sind, in Interaktion mit anderen Menschen und uns selbst gegenüber, hat natürlich auch mit unseren Erfahrungen und unserer Sozialisation zu tun, aber so wenig Macht und Einfluss wir über andere haben, soviel haben wir über uns selbst.
Vielleicht sollten wir unter dem Aspekt mal über die Vorsätze für das neue Jahr nachdenken.

Bin ich anderen Menschen gegenüber so wie ich es sein will?
Bin ich so ehrlich wie ich es mir wünsche? So liebevoll wie ich es gerne sein möchte, so nachsichtig wie ich glaube, dass es gut wäre?
Bin ich das Beste was ich sein kann?

Und bin ich auf dem Weg, den ich gerne gehen möchte oder ist es vielleicht Zeit mal irgendwo einen Abzweig zu nehmen und in die andere Richtung zu laufen.

Wir haben nicht allzu viel Zeit auf dieser Welt.
Stellt Euch vor ihr hättet eine Uhr, auf der ihr Eure Lebenszeit ablaufen seht.
Was würdet ihr dann anders machen?
Ist es dann tatsächlich sinnvoll soviel Zeit mit unglücklich oder unzufrieden sein zu verbringen, sich mehr Sorgen zu machen, als das Leben auch mal zu genießen?
Wollt ihr, während die verbleibende Zeit immer weniger wird, wirklich fies oder gemein sein?
Wollt ihr Euch in Verwicklungen mit anderen verstricken, bei denen es nur Verlierer geben kann?

Ich glaube wir würden viele Dinge ganz anders machen, hätten wir diese Uhr am Handgelenk.
Jeden Morgen wünsche ich mir, mir dieser Tatsache bewusst zu sein und mein Leben entsprechend zu leben.
Mein Vorsätze für das neue Jahr sind deshalb:

Mehr lieben
Mehr leben
Mehr verzeihen
Mehr freuen
Mehr verreisen
Mehr gönnen
Mehr genießen
Mehr trösten
Mehr vor Freude weinen
Mehr die sein, die ich sein will!

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