Wer bin ich?

Juni 3, 2016|Posted in: Artikel|By

Der Mensch, der uns am Nächsten ist?

Seit etlichen Jahren halten wir es jetzt schon mit uns selbst aus. Mal läuft es besser, mal ist die Beziehung kompliziert!
In jedem Fall sollte man meinen, dass wir uns kennen wie unsere Westentasche, jeden Wutausbruch, jede Träne, jedes Lachen, jede unbedachte Aktion bereits lange im Voraus wissen. Uns nie kopfschüttelnd selber beobachten müssen, weil wir schon wieder unseren alten Fehler wiederholt haben und nie daran zweifeln, was wir gut können und wo wir vielleicht noch Ausbaureserven haben. Wir müssten längst unsere Ängste verstehen, um nicht aus ihnen heraus immer wieder zu scheitern oder zu resignieren.
Und wir sollten bei einer so langen Zeit des Zusammenlebens mit uns selbst, genau wissen, welche Menschen zu uns passen, welche Rolle wir in einer Gruppe gerne einnehmen und wie wir mit Anderen interagieren.
Und vorallem sollten wir gut zu uns sein, und uns wohlwollend betrachten, so wie wir das ja auch bei den Menschen tun, die uns am Herzen liegen.

Aber machen wir’s?

Vermutlich eher nicht, oder? Im Zusammenleben mit uns selbst gilt manches Mal die Maxime: „Nah und doch so fern!“
Wir nehmen uns für alles Zeit, aber am stiefmütterlichsten gehen wir mit der Zeit für uns selbst um.
Zeit die so wichtig wäre, damit wir uns kennenlernen können.
Der Grad der Zufriedenheit in unserem Leben würde nähmlich natürlich steigen, wenn wir aufhörten im Außen nach einem Glück oder einem Eingebettet sein zu suchen, das wir eigentlich nur in uns selbst, in der Einheit mit uns selbst finden können.

Die Selbstführungskraft!

Alles entsteht aus dieser Kraft mit uns selbst eins zu sein: Selbstbewusstsein, Sicherheit, gute Entscheidungen, Gelassenheit, Zufriedenheit, Mut, Liebe und Glück!

Dann, wenn wir aufhören uns durch unser Leben treiben zu lassen und stattdessen aktiv damit beginnen es verstehen zu wollen und mitzugestalten, werden wir in eine gute Verantwortung uns selbst gegenüber kommen. Wir werden zur Selbstführungskraft in unserem Leben.

Das Geheimnis unseres Wesens ist irgendwo in unserem Inneren versteckt. Es nährt sich aus kindlichen Erinnerung, Prägungen, Enttäuschungen, Bildern aus unserer Jugend, mit denen wir Dinge verknüpfen, es birgt alte Erfahrungen und Verletzungen in sich, ein paar Zufälle und auch einige alte Muster unserer Eltern und der Generationen davor. Es greift auf einen unfassbar reichen Fundus alter Gefühle, neuer Ziele, alter Lieben und neuer Hoffnungen zurück.

Vom Häuten der Zwiebel

Wenn wir es schaffen, diese (Ge)Schichten wie die Häute einer Zwiebel, Stück für Stück ab zu ziehen und zur Seite zu legen, dringen wir zum Kern vor und werden es in Zukunft auch schaffen, aus der Mitte, aus dem Kern heraus, unsere Entscheidungen zu treffen und unser Verhalten entsprechend zu gestalten.

Und je näher wir uns selbst kommen, desto mutiger werden wir auch in der Interaktion mit anderen Menschen. Wir hören auf uns zu verstellen, wir haben es nicht mehr nötig uns über andere zu erheben. Wir werden ruhig und gelassen und haben keine Angst mehr davor unsere Gefühle zu zeigen, auf unseren Bauch zu hören und unseren wachen Geist sprechen zu lassen.

Die Arbeit mit unserer kleinen Zwiebel wird dafür Sorge tragen, dass wir dem Geheimnis des Lebens ein bisschen näher kommen – zumindest unserem Geheimnis, aber vielleicht sprechen wir da ja von den gleichen Dingen?

Im Kern ist es Liebe!

Was in uns liegt wird ein warmes, starkes und sich schnell verbreitendes Gefühl auslösen. Es wird sich anfühlen, als ob wir geflutet oder durchströmt würden.
Wenn wir alle Schichten abtragen, bleibt ein kleiner Kern übrig. Dieser Kern ist die pure und von nichts und niemandem beeinflusste Liebe.
Liebe für uns selbst, Liebe für das Leben – mit der Erkenntnis der Endlichkeit – und Liebe für jeden anderen Menschen, der ein ebenso grandioses Machwerk ist, wie wir es sind.

Also wer bist Du?

Was liebst Du, wofür stehst Du? Was sind die wichtigsten Gefühle Deines Lebens und welche Assoziationen hast Du? Welche Erkenntnisse gewinnst Du daraus?
Wen sehen andere Menschen, wen sich dich anschauen?
Wie würde eine Lebenszwischenbillanz aussehen?
Worauf bist Du stolz, wofür dankbar, weswegen empfindest Du Scham und was lässt Dich wütend und ohnmächtig werden.
Was macht Dich glücklich, woraus schöpfst Du Kraft und Energie, worin bist du besonders gut und was schätzen andere Menschen an Dir?
Und die immer wieder entscheidende Frage, mit welcher Antwort gehst Du in Resonanz?
Wo kannst Du tiefer eindringen – zu Deinem eigenen Kern?

Wir sollten uns selbst nicht der Chance berauben uns kennen- und unser Verhalten verstehen zu lernen. Nur daraus ergibt sich ein wohliger Frieden mit uns selbst, denn die Bereitschaft und Freude daran, sich persönlich und professionell weiter zu entwickeln, wird mehr und mehr als moderne Schlüsselqualifikation für ein zufriedenes und reflektiertes Leben erkennbar.

Also macht Euch zu Eurem Projekt. Um die Angelegenheiten Anderer habt ihr Euch vermutlich schon genug gekümmert, oder?

Susanne Henkel – Talk about! Coaching

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