Christian Zirnig

An einem 31. Dezember irgendwann im vergangenen Jahrtausend wurde ich in Frankfurt am Main im schönen Stadtteil Sachsenhausen geboren, wo ich auch heute wieder die meiste Zeit verbringe. Ich halte die Angabe meines Geburtsdatums so vage, weil ich nicht das Gefühl habe, wirklich dabei gewesen zu sein, schließlich kann ich mich nicht daran erinnern. Außerdem möchte ich euch auch nicht die Chance nehmen, mich als viel jünger zu schätzen, falls wir uns mal im wahren Leben begegnen.

Aufgewachsen bin ich als Einzelkind meiner alleinerziehenden Mutter, wobei „alleinerziehend“ in meinem Fall in Wahrheit so gar nicht passt: Wir wohnten zu dritt mit meiner Großmutter zusammen, unter deren Obhut ich mich oft befand. Zwei Straßen weiter wohnten meine Tante, mein Onkel und meine Cousine und in der Straße dazwischen die Mutter meines Onkels, die für mich wie eine zweite Oma war. Wir waren sozusagen eine Großfamilie, verteilt über mehrere Wohnungen. Ich verbrachte gerne und viel Zeit alleine, genoss es aber auch zu wissen, dass immer jemand da war, wenn ich jemanden brauchte.

Was mich besonders beeindruckt auf den Fotos aus meiner frühen Kindheit, ist die Sorglosigkeit und das Strahlen in meinem Gesicht. Wenn ich sie vergleiche mit der Ernsthaftigkeit und Angespanntheit, die ich in den Bildern vom ersten Fototermin in der Grundschule finde, weiß ich genau, wann und wo etwas schief gegangen ist.

Gegen Ende der Schulzeit hatte ich eine politische Phase (Schülervertretung, Stadtschülerrat, Mitgliedschaft bei den Jusos), die mich dazu verleitete, Politikwissenschaften studieren zu wollen. Doch das Studium verlief im Sande, weil ich mir mehr und mehr eingestehen musste, dass mein Interesse für den trockenen Stoff nicht groß genug war und ich, wie schon in der Schule, meine Zeit viel lieber in den angrenzenden Cafés verbrachte. Erschwerend hinzu kam, dass ich mich genötigt sah, in Deutschlands wahrscheinlich hässlichstem Universitätsgebäude zu studieren. (Es war mir ein Fest, den Abriss des AfE-Turms vor Kurzem live zu erleben!)

In die neu gewonnene Freiheit, die mit dem Studienabbruch und dem Loslassen der politischen Ambitionen kam, platzte eine Bombe: eine lebensbedrohliche Krankheit mit Anfang zwanzig, Diagnose Krebs. Nun hatte ich wieder etwas, worum es sich zu kämpfen lohnte, eine Aufgabe, bei der es wirklich um Leben und Tod ging: Ich musste meine eigene innere und äußere Welt verändern, um wieder gesund zu werden. Dieser Aufgabe widmete ich mich mit so viel Hingabe, wie noch keiner anderen zuvor, und ein halbes Jahr später war ich geheilt.

Seitdem feiere ich ausgelassen das Leben, das mir geschenkt wurde, war viel auf Reisen, habe aber auch viel Zeit mit Nichtstun verbracht und das meiste von dem, was ich damals auf meine Liste „50 Dinge, die ich erleben möchte, bevor ich sterbe“ geschrieben hatte, habe ich bereits abgehakt.

Was geblieben ist, ist die intensive Auseinandersetzung mit der menschlichen Natur, mit dem Sinn des Lebens und des Liebens, mit der Kraft und Kreativität, sich wahrhaftig und lebendig auszudrücken, mit meiner persönlichen und unserer planetaren Evolution und damit, was uns eigentlich verdammt noch mal wirklich glücklich, erfolgreich und gesund macht und was das Gegenteil bewirkt. Hierum, aber auch um alles (andere) und nichts soll es in meinen Beiträgen in diesem Blog gehen und ich freue mich auf einen inspirierten Austausch zwischen uns allen.

Wer Lust hat, ist auch herzlich willkommen, an einer der Ideenpartys oder an einem Erfolgsteam teilzunehmen, die ich in Frankfurt und demnächst auch in einigen anderen Städten und online veranstalte. Bei Ideenpartys und Erfolgsteams geht es darum, sich gegenseitig zu inspirieren und zu unterstützen, die eigenen Lebensträume (wieder) zu entdecken und zu verwirklichen – und dabei jede Menge Spaß zu haben. Weitere Infos und Kontakt zu mir über Coach Club oder christian.z@talkabout-blog.eu

2 Comments

  1. Thorsten Falk
    14. März 2014

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    Schönes Projekt und eine sehr ehrliche und sympathische Vorstellung, aber so bist du halt. Ich freue mich, hier viel von dir lesen zu dürfen.

    Ich mag den Spruch: „Bleib so, wie du bist“ nicht, denn er lässt keinen Spielraum für Entwicklung und Fortschritt. Deswegen hoffe ich, dass du so bleibst, wie du wirst. Hau rein mein Großer!

  2. Frank H. Sauer
    17. März 2014

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    Lieber Christian,
    dann freue ich ich schon auf wichtige Texte mit hoffentlich lustigem Unterton – wie gewohnt. Aus Deiner Vita entnehme ich, dass auch die Themen Bildung und Schule „spannend“ sein könnten. Als Coach von einigen schule-geplagten und ausgebrannten Teilnehmern des zivilisierten Lebens, kann ich nicht genug davon bekommen.
    Nun sitze ich entspannt im Sessel und warte auf neue Inspirationen 😉
    Liebe Grüße aus Köln nach Mainhatten, Frank

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